Socken im Spiegel der Wissenschaft


Die unlängst von Frau Kollega Xirah und mir selbst in all ihren Facetten erörterte Sockenfrage dürfte in Bälde auch die Wissenschaft beschäftigen.

                           

Wie die NZZ am Sonntag heute berichtet, hat sich das British Medical Journal
der Frage der verschwindenden Teelöffel angenommen. Obwohl es sich in
erster Linie um Besteck handelt, empfehle ich diesen Artikel auch jedem
ernsthaften Sockenforscher zur Lektüre.

Nach strengen,
wissenschaftlichen Methoden wurde des Schema des Verschwindens von
Teelöffeln systematisch untersucht. Es zeigt sich, dass Teelöffel an
Universitätsinstituten eine Halbwertszeit von 81 Tagen haben.

                     

Eine
ausführliche Erörterung über die Ursachen dieses Verschwindens bleibt
im Artikel leider aus, doch werden einige Theorien angeführt, so z.B.
der Theoriekomplex des Resistentialismus, wonach unbeseelte Objekte
eine natürliche Abneigung gegen Menschen haben. Andere, eher
spekulative Erklärungsversuche gehen von der Annahme aus, dass es
Planeten gibt, deren dominante Lebensform aus löffelänlichen (bzw. per
Analogieschluss sockenähnlichen) Wesen besteht. Unbeaufsichtigte
Teelöffel (resp. Baumwollsocken) machen sich davon, reisen durch Zeit
und Raum und verbringen dort den Rest ihres Daseins in einer
teelöffelgerechten (bzw. sockengerechten) Existenz.

In einer angeregten Diskussion
wurde das Thema schliesslich auch tatsächlich auf die Sockenproblematik
ausgedehnt. Nicht zuletzt, weil Löffel oft und gern auch in
Geschirrspülmaschinen (nudge, nudge) gewaschen werden, liegt die
Verbindung auf der Hand.

                  

Ein britischer Wissenschaftler führt die Fragestellung sogar noch weiter, und zieht sie als Beweis für die Möglichkeit von Zeitreisen herbei:

«For
some years I have held a theory that the disappearance of items such as
socks, teaspoons and ball pens is compelling evidence that time travel
is possible. Sooner or later the global resources will become
exhausted, and such items will become unobtainable. When this state of
affairs exists time travel will have been invented and people will
simply nip back into the past and stock up on these items by stealing
them. If this time is far enough in the future, it will be the perfect
crime because their accusers would have died.»

Es ist also
denkbar, dass unsere Socken von Zeitreisenden in knisternden,
geschmacklosen Silber-Overalls aus dem 24. Jahrhundert aus unseren
Waschküchen stibitzt werden. Diese Hypothese sollte natürlich noch
durch randomisierte Doppelblindstudien gefestigt werden.

Abschliessend
freut es mich, zu lesen, dass ernsthafte Wissenschaftler sich mit
dieser Frage schon so ausgedehnt befasst haben. Es bleibt zu hoffen,
dass die Herausgeber des BMJ und weiterer herausragender
Fachzeitschriften die Zeichen der Zeit erkennen und diesen Themen mehr
Raum bieten. Tut es, solange noch Zeit ist – bevor die Socken die
Weltherrschaft übernehmen.

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5 Kommentare - “Socken im Spiegel der Wissenschaft”

  1. lizzie Says:

    Positiv: Es ist schön, dass wir nicht alleine sind und sich seriöse Wissenschafter der Problematik angenommen haben.Negativ: Es sind Briten! Da murmelt die Gallierin in mir "die spinnen, die Briten"…Dieses Jahr werden die Socken die Weltherrschaft noch nicht an sich reissen können, denn es ist das Jahr des Krebses und ich verbiete es den blöden Socken!

  2. D Says:

    Negativ, Frau Xirah. Es sind Australier. Das war ja klar… ;-)Ein Erklärungsversuch zielte entsprechend darauf ab, dass die besondere Magnetkraft in der Südhemisphäre die parabolische Form der Teelöffel irgendwie besonders beeinflussen könnte. Das hilft uns aber mit den Socken nicht weiter (Oder migrieren Socken sommers gen Süden?).Was bitte haben Krebse mit Socken zu tun (ausser "gar nichts, eben")?

  3. lizzie Says:

    Ich bitte Sie, wie wollen denn Australier weniger spinnen als Briten? Eben :)Mit Krebsen hat das ganze nichts zu tun, ausser dass Sterndeuterin auf DRS3 weissagt, dass heuer die Meertierchen regieren und wenn ich dann schon mal regiere, verbiete ich den Socken einfach die Weltherrschaft. QED 😉

  4. D Says:

    Sie regieren im Nullsex? Das ist bitter. 😛

  5. lizzie Says:

    Spotten Sie nur, Bilanz ist Ende Jahr, dann kriegen Sie die Rechnung 😉


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